Das Hubble-Weltraumteleskop blickt tiefer in den Weltraum als jedes andere Observatorium zuvor. Bevor es 1990 startete, konnten Astronomen kaum Galaxien sehen, die älter als sechs Milliarden Jahre alt sind – und sich somit etwa in der halben Distanz bis zur „Grenze” des beobachtbaren Universums befinden.
Das neue eXtreme Deep Field (XDF) – ein Foto, das ein internationales Team um Garth Illingworth von der University of California in Santa Cruz gewonnen hat – zeigt dagegen noch Galaxien, die sich schon etwa 500 Millionen Jahre nach dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren gebildet haben.
Bereits 2003 und 2004 sorgte Hubble mit dem Hubble Ultra Deep Field (HUDF) für Begeisterung. Die Aufnahme von einer Himmelsregion kleiner als der Vollmonddurchmesser im Sternbild Fornax bildete Tausende ferner Galaxien ab.
XDF ist ein noch viel länger belichteter Ausschnitt davon. Hierfür hat Hubble in den letzten zehn Jahren über 2000 Einzelbilder mit seinen Kameras ACS (Advanced Camera for Surveys) und WFC3 (Wide Field Camera) von derselben Himmelsstelle gemacht. XDF zeigt rund 5500 Galaxien mit einer scheinbaren Helligkeit bis zur 31. Größenklasse. Das entspricht dem Zehnmilliardstel dessen, was das menschliche Auge gerade noch wahrnehmen kann. Illingworth ist begeistert: „XDF ist die tiefste Himmelsaufnahme, die jemals gemacht wurde und zeigt die lichtschwächsten und fernsten bekannten Galaxien. XDF ermöglicht uns, weiter in die Vergangenheit zu spähen als jemals zuvor.”
Damit hat XDF auch eine Pionier-Funktion für das geplante James Webb Space Telescope der NASA. Das Infrarot-Observatorium wird frühestens 2018 mit einer europäischen Ariane-5-Rakete starten und im infraroten Wellenlängenbereich noch tiefer ins All spähen. Auf der Spur der kosmischen Ursprünge soll es erkunden, wie sich Galaxien aus dem einst fast gleichförmigen Urgas gebildet haben.





