Ein Forscherteam des SETI-Instituts (Search for Extraterrestrial Intelligence, Suche nach Außerirdischem Leben) testet derzeit eine “Richter-Skala” für die Suche nach Nachrichten von Außerirdischen. Die Skala umfasst den Bereich von 0 bis 10, wobei eine mit der Nummer 10 eingestufte Nachricht mit höchster Wahrscheinlichkeit von einer intelligenten außerirdischen Lebensform stammt.
Da die Forscher bisher noch keinerlei Anzeichen von Nachrichten aus dem All aufgespürt haben, soll die Leistungsfähigkeit der Skala zunächst mit Science Fiction Filmen aus Hollywood überprüft werden, berichtet das Fachmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe. Bei der Suche nach außerirdischem Leben gibt es eine große Zahl an Variablen zu berücksichtigen – etwa das Alter, die vermutliche Entfernung und die Qualität eines Signals, das möglicherweise intelligenten Ursprungs sein könnte.
Die von ihrem am Konkoly-Observatorium in Budapest tätigen Erfinder Ivan Almar auf den Namen Rio getaufte Skala soll das Aufspüren von intelligenten Nachrichten außerirdischen Ursprungs sicherer machen und Fehlalarme verhindern. So hatte etwa im Jahre 1998 ein Astronom unter großem Pressewirbel behauptet, eine außerirdische Nachricht aus dem Sternensystem EQ Pegasi aufgefangen zu haben. Dies entpuppte sich jedoch bei näherer Untersuchung als eine von Menschen gemachte Satellitennachricht.
Der Veröffentlichung der Rio-Skala ging eine zweijährige Entwicklungsphase voraus. Die Hollywood-Tests sollen der Skala nun den letzten Schliff geben. Dazu werden in den Filmen vorkommende Nachrichten, die von Außerirdischen stammen könnten, mittels der Skala auf ihre Glaubwürdigkeit hin analysiert. Die Forscher wollen auf diese Weise untersuchen, ob somit Fehlalarme verhindert werden können. Allerdings eignen sich die meisten Science Fiction Filme für dieses Vorhaben nur begrenzt. Dies hängt damit zusammen, dass Nachrichten aus dem All in Science-Fiction Filmen meist “definitiv” von Außerirdischen stammen. Bei dem Film “Independence Day” etwa schnellt die Rio-Skala schon während der ersten Minuten von 0 auf 10 hoch.
Stefan Maier





