Nach dem Szenario der von der Europäischen Union finanzierten Studie werden sich die Klimazonen verschieben. Die Folgen: Eine Zunahme der Winterhochwasser in Nordeuropa und den Alpen. Die Abflussraten von Flüssen wie der Themse werden während Hochwassern künftig bis zu 20 Prozent höher sein als heute. Die Alpenländer müssen, laut Jorgen Olesen vom Dänischen Institut für Landwirtschaft und Co-Autor der Studie, mit einer 20 prozentigen Zunahme des Hochwasserrisikos rechnen. Bis 2050 wird sich die Zahl der potentiell von Fluten betroffenen Menschen in Europa verdoppelt, bis 2080 gar verzehnfacht haben.
Ursache dieser Katastrophen ist die Erwärmung der Erdatmosphäre. Diese verändert das System der hohen, globalen Winde in der Atmosphäre und die Verteilung der Niederschläge. Mike Hulme von der Universität of East Anglia in Norwich erklärt: “Schon jetzt gibt es eindeutige Hinweise, dass ein Großteil der Regenfälle in Großbritannien innerhalb kürzerer Zeit fällt und deshalb zu sehr intensiven Niederschlagsphasen führt.” Demgegenüber wird es in den Alpen weniger Schneefälle und mehr Regen geben. Anstatt mit der Schneeschmelze im Frühjahr allmählich ins Tal zu abzufließen, gelangen die Niederschläge sofort und direkt in die Flüsse.
In trockeneren Gebieten wird es ein ganz anderes Problem geben: Südeuropa erlebt in Zukunft Hitzewellen, Waldbrände, Sommersmog und Wassermangel. Böden werden zur Steppe, Spanien eine Wüste.
Doch nicht nur das: Auch das Gesicht der Wüsten wird sich verändern. Die für die Erwärmung der Erdatmosphäre verantwortliche Zunahme der Kohlendioxid-Konzentration (CO2) beeinflusst auch die Vegetation. Bislang gab es nur theoretische Modelle, die eine Zunahme der pflanzlichen Biomasse in Wüstenökosystemen durch einen Anstieg des CO2 voraussagten. Eine neue Studie, vorgelegt von Stanley Smith und seinem Team von der Universität von Nevada, Las Vegas, konnte dies nun auch experimentell belegen: Erhöhte CO2-Konzentrationen förderten in feuchteren Jahren untypische, aber besonders schnellwüchsige Arten, und veränderten dadurch die Pflanzengesellschaft der Wüste erheblich. Die Wissenschaftler sehen in diesem unnatürlichen Biomasse-Zuwachs eine besondere Gefahr: In trockenen Jahren nehmen Flächenbrände zu, weil das Feuer nun mehr Nahrung findet.
Damit decken sich die Ergebnisse der US-amerikanischen Wissenschaftler mit den Voraussagen ihrer europäischen Kollegen. Diese kommen in der EU-Studie zu dem Schluss, dass auf den trockenen Griechischen Inseln das Risiko von Hitze und Flächenbränden ansteigt. (Science und New Scientist)





