Doch das erstaunlicherweise größte Rätsel ist, wie es überhaupt zur Zündung eines normalen sichtbaren Blitzes kommt: Die kritische Spannung dafür, die sogenannte Durchbruchfeldstärke, wird nämlich selbst bei einem heftigen Gewitter gar nicht erreicht. Berndorff berichtet über Ansätze diese scheinbaren Ungereimtheit zu erklären: Als Zünder der Blitze haben Forscher Eiskristalle oder energiereiche Teilchen aus dem All im Verdacht.
Von Blitzschutz und Blitzattacken
Im zweiten Teil des aktuellen bdw-Titelethemas “Blitze” widmet sich der Autor den schlagkräftigen Aspekten der Himmelsgewalten. Aus zwei gegensätzlichen Motiven gibt es demnach Bestrebungen, die Macht der Blitze zu kontrollieren: Forscher versuchen, ihre zerstörerische Kraft umzulenken, um Menschen und Gebäude zu schützen. Militärs würden sie hingegen gern für kriegerische Zwecke gezielt nutzen. Beim Schutz vor Blitzen ist offenbar die Lasertechnik vielversprechend. Das Prinzip: Man schießt mit leistungsstarken Lasern in bedrohliche Wolken. Es entsteht dadurch ein Leitkanal, mit dem man einen Blitz zu einem sicheren Ziel leiten kann, damit sensible Gebäude verschont bleiben.
Wie Berndorff berichtet, könnte allerdings genau dieses Konzept auch als Waffe dienen: An einem US-Waffenforschungszentrum wird momentan ein System namens Laser-Induced Plasma Channel (LIPC) entwickelt. Es soll elektrische Entladungen aus einer Hochspannungsquelle auf feindliche Ziele lenken. Ob allerdings auch Gewitterwolken sich als Quelle der kriegerischen Hochspannung eignen, bleibt fraglich.
Die beiden ausführlichen Artikel “Elfen, Kobolde und Gnome” und “Blitzattacke” zum Titelthema Blitze finden Sie in der August-Ausgabe von bild der wissenschaft.





