von RÜDIGER VAAS
Zeit ist relativ. Und die Urzeit des Universums ist nicht einfach vergangen, sondern immer noch präsent: zum Beispiel in jedem Kubikzentimeter Weltraum. Darin gibt es nämlich gut 400 Photonen, die zum ersten freien Licht überhaupt zählen. Es ist rund 380.000 Jahre nach dem Urknall entstanden und hat seitdem noch nie mit Materie interagiert. Damals war die Temperatur des Alls unter etwa 3.000 Grad Celsius gefallen, sodass sich Elektronen um Atomkerne scharen und Atome bilden konnten, worauf das zuvor im Plasma gefangene Licht freie Bahn hatte. Es ist heute auf minus 270 Grad Celsius abgekühlt und erfüllt noch immer unser gesamtes Universum: als Kosmische Hintergrundstrahlung. Sie wurde 1964 zufällig entdeckt und ist inzwischen sehr genau kartiert (bdw 9/2013 „Der Himmels-Code“). Dabei zeigte sich eine äußerst gleichförmige Temperaturverteilung: Die Unterschiede zwischen beliebigen Stellen am Himmel betragen höchstens etwa plus/minus ein 30.000stel Grad Celsius. Das könnte Zufall sein, wäre aber extrem unwahrscheinlich. Viel plausibler ist, dass es eine gemeinsame Ursache für die erstaunliche Homogenität gibt.





