Als Kind hatte er die erste Mondlandung von Apollo 11 live auf dem Bildschirm verfolgt: „Mit meinen Eltern saß ich früh morgens vor dem Fernseher.” Der Junge war fasziniert. Doch an den Modellbaukasten für Orbiter und Mondfähre seines älteren Bruders durfte er nicht heran. Das war bitter. Später fand Hendrik Weihs sein Glück in den Werkstätten der Stuttgarter Merz-Schule. Dort konnte er drucken, töpfern, Holz bearbeiten. Nach einer halben Schreinerlehre – mit dem Berufswunsch Möbelrestaurator, nach dem Vorbild des Vaters, eines Gemälderestaurators im Landesmuseum Württemberg – entschied sich Weihs nach dem Abitur in Kunst und Physik für die Universität. Er studierte zwei Semester Elektrotechnik in Karlsruhe und entdeckte sein Faible für den Weltraum neu. Das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart führte ihn zu den benachbarten Instituten des DLR. „Dort war ich zunächst als Hilfswissenschaftler angestellt und bin dann irgendwie hängen geblieben”, sagt der heutige Raumfahrtexperte. Der Hilfswissenschaftler mauserte sich zum Chefforscher. Heute ist Hendrik Weihs 50 Jahre alt, ein ruhiger, zielstrebiger Ingenieur, so etwas wie Deutschlands Mann für den Wiedereintritt. Unter seiner Federführung bündelte das DLR das Know-how von fünf Instituten aus verschiedenen Bereichen für ein eigenes Wiedereintrittsforschungsprojekt. Weihs: „Wir wollen Raumfahrt bezahlbar machen.”





