Über 130 Planeten bei anderen Sonnen haben Astronomen bereits aufgespürt – doch jetzt haben sie erstmals einen entdeckt, weil er vor seinem Heimatstern im Sternbild Leier vorüberzog. Diese Transition – eine Mini-Sternfinsternis – beobachtete ein Forscherteam um David Charbonneau vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics mit billigen Teleskopen, wie es sie ganz ähnlich in Kaufhäusern gibt. Im Rahmen des TrES-Projekts (Trans-Atlantic Exoplanet Survey) misst ein ganzes Teleskopen-Netz die Helligkeit von rund 12 000 Sternen in einem 36 Quadratgrad großen Himmelsareal.
Kandidaten für Planeten machen sich bemerkbar durch winzige periodische Abnahmen der Sternhelligkeit um weniger als ein Prozent. Weitere Beobachtungen mit Riesenteleskopen wie dem 10- Meter-Keck-Teleskop auf Hawaii haben bei dem 500 Lichtjahre entfernten Stern im Sternbild Leier einen Planeten aufgrund von dessen Schwerkraft-Einfluss gefunden: Er verändert das Spektrum des Sterns auf charakteristische Weise.
Der jupiterähnliche Gasplanet namens TrES-1 umkreist seinen Heimatstern alle 72 Stunden in nur 6,4 Millionen Kilometer Entfernung – weit näher als beispielsweise Merkur die Sonne. Seine Oberflächentemperatur übersteigt 1000 Grad Celsius, seine Masse beträgt etwa 80 Prozent von der des Jupiters.
Der erste Transit eines Planeten bei einem anderen Stern wurde 1999 von Charbonneau entdeckt – allerdings erst, als der Planet zuvor schon dank seines Gravitationseffekts nachgewiesen war (bild der wissenschaft 5/2000, „Auf der Suche nach der zweiten Erde”).





