Immer häufiger und immer heißer
Für ihre Studie verglichen die Forscher die gemessenen Fünfjahres-Durchschnitte der Sommertemperaturen der Jahre 1955 bis 2012 mit den Werten, die sich in zwei verschiedenen Klimasimulationen ergaben. In einer gingen sie nur von natürlichen Klimafaktoren wie der Sonneneinstrahlung oder Vulkanausbrüchen aus, in der anderen rechneten sie auch den anthropogenen Treibhauseffekt durch die CO2-Emissionen mit hinzu. Die Zeitreihe der Beobachtungsdaten zeigten, dass sich die Häufigkeit von Extremsommern seit 1950 um das 60-Fache erhöht hat. “Dies entspricht einer Wiederkehrzeit von einem Extremsommer wie 2013 alle 4,3 Jahre”, erklären die Forscher.
Aus dem Vergleich mit den Simulationen ergab sich auch der Grund dafür: Kombinierte man darin die Effekte des menschengemachten Klimawandels mit dem Wärmeeffekt der zunehmenden Urbanisierung, reproduzierte dies die tatsächliche Entwicklung ziemlich genau. “Das zeigt, dass die zunehmende Häufigkeit der extremen Sommerhitze in Ostchina zuallererst durch die anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen verursacht wird”, konstatieren Sun und seine Kollegen. “Als sekundärer Faktor kommt die Ausdehnung der städtischen Wärmeinseln hinzu.”
Und der Trend in Richtung Hitze geht weiter: Verlängerten die Forscher die am besten passende Simulation in die Zukunft, nahm die Häufigkeit der Extremsommer weiter stark zu – und dies selbst bei einem gemäßigten Klimawandelszenario, bei dem die Wissenschaftler bereits von wirksamen Klimaschutzmaßnahmen ausgingen. “Bis 2024 werden mindestens 50 Prozent der Sommer so heiß sein wie der von 2013”, berichten die Forscher. Diese Zunahme der Sommerhitze werde unweigerlich auch zu ausgedehnteren, länger anhaltenden und stärkeren Hitzewellen in der Region führen. Für die Landwirtschaft, die Energieproduktion aber auch die Gesundheit der Bevölkerung hätte das schwerwiegende Folgen – wenn es keine ausreichenden Anpassungsmaßnahmen gibt. “Unsere Ergebnisse zeichnen eine sehr düstere Zukunft für die ganze Region”, konstatieren Sun und seine Kollegen.





