Ob der größte Mond des Planeten Uranus, der 1.800 Kilometer große Fels- und Eisbrocken Titania, eine Atmosphäre hat, soll sich am kommenden Freitag klären.
Dann verdeckt Titania zwei Minuten lang den Stern HIP106829. Das Ereignis wird vor allem in Südamerika und auf der iberischen Halbinsel zu sehen sein. Ein deutsch-französisches Wissenschaftlerteam plant, das seltene Himmelsphänomen von den ecuadorianischen Anden aus zu beobachten.
Sollte Titania eine Gashülle besitzen, dann sollte das Sternenlicht trotz der Verdeckung sichtbar sein: Eine Atmosphäre würde das Licht brechen, so dass es mit empfindlichen Teleskopen aufgefangen werden kann. “Bis jetzt ist es unbekannt, ob Titania eine Atmosphäre hat oder nicht”, sagt der französische Astronom Bruno Sicardy, “das wollen wir jetzt klären.”
Uranus, seine fünf großen und zahlreichen kleineren Monde haben erst einmal Besuch von einem Raumschiff erhalten: 1986 enthüllten Bilder der Raumsonde Voyager 2, dass Titania eine aktive Jugend gehabt haben muss. Der Mond ist nicht nur völlig zerkratert, sondern ist auch von vielen hundert Kilometer langen Tälern zerfurcht. Wie sie entstanden sind, ist eines der vielen ungelösten Rätsel des Uranus-Systems.
Ute Kehse





