Sind wir allein im Universum? In Filmen, Hörspielen und Büchern ist das Stoff für allerlei extraterrestrische Träumereien. Die Wissenschaft hat sich lange zurückgehalten, denn das Bemühen um Antworten galt als wenig seriös. Als der Astronom Frank Drake am 8. April 1960 seine Radioantenne auf den Stern Tau Ceti richtete, um als Erster nach interstellaren Funksprüchen zu lauschen, wurde er von vielen seiner Kollegen belächelt.
Heute ist das Thema salonfähig geworden und beschäftigt sogar eine eigene Disziplin: die Astrobiologie. Die Wissenschaftsjournalistin und Geologin Dagmar Röhrlich fasst in ihrem Buch den aktuellen Stand zusammen und beleuchtet dabei viele Facetten der Forschung. Dabei geht es um die irdische Evolution ebenso wie um die Suche nach fernen Planeten, um mögliches Leben, das nicht auf Kohlenstoff basiert, und um die Geburt des Sonnensystems.
Röhrlich erzählt sachlich genau und flüssig, Reportageeinschübe erleichtern das Verständnis. Schade nur, dass die Qualität der Schwarzweiß-Abbildungen eher mäßig ist und sich manche Grafiken erst auf den zweiten Blick erschließen. Bedauerlich ist auch, dass SETI – die Fahndung nach Signalen Außerirdischer mittels Radioteleskopen – kaum erwähnt wird.
Sind wir allein im Universum? Eine eindeutige Antwort vermag die Autorin natürlich nicht zu geben. Aber sie schildert anschaulich und angenehm objektiv, wie sich die Wissenschaft diesem Rätsel nähert. Helmut Hornung
Dagmar Röhrlich ANYBODY OUT THERE? List, Berlin 2006 248 S., € 19,95 ISBN 3-471-78587-6





