In Fachkreisen fanden seine Forschungen schon Ende der 1960er-Jahre Beachtung und sorgten Mitte der 1970er für Aufregung. Seit seinem Weltbestseller “Eine kurze Geschichte der Zeit” von 1988 ist er auch einem Millionenpublikum bekannt; weitere populärwissenschaftliche Bücher setzen diesen Erfolg bis heute fort.
Das alles ist eine kaum zu ermessende Leistung. Denn bereits 1963, kurz nach seinem 21. Geburtstag, diagnostizierten Ärzte bei Hawking Amyotrophe Lateralsklerose und prophezeiten ihm eine Lebenserwartung von nur noch wenigen Jahren. Bei dieser schrecklichen Erkrankung sterben nach und nach die Nervenzellen zu den Muskeln, was zur vollständigen Lähmung führt.
Trotzdem konnte Hawking sein Studium sowie eine Promotion abschließen und Spitzenforschung vollbringen. 1979 wurde er, längst im Rollstuhl, sogar auf den Lucasischen Lehrstuhl der University of Cambridge berufen, den vor 300 Jahren Isaac Newton inne hatte.
Gefangenes Genie
Aufgrund eines Luftröhrenschnitts kann sich Hawking seit 1985 nur noch mit einem Sprachcomputer verständigen. Er bedient ihn buchstäblich mit seinem letzten Zucken, indem er mit Bewegungen der Augen oder rechten Wange mühsam Buchstabe für Buchstabe in das Programm eingibt – bestenfalls zwei bis drei Wörter pro Minute.
Mit diesem tragischen Schicksal passt Hawking perfekt zum Klischee des im regungslosen Körper gefangenen genialen Geistes, der die Grenzen der Erkenntnis zu sprengen trachtet – handeln seine Forschungen doch von den abstraktesten, entlegensten und kompliziertesten Themen: Schwarzen Löchern, Urknall, Zeitreisen, Relativitätstheorie, Quantenphysik und der Suche nach einer Weltformel, die alle Teilchen und Kräfte erklärt. Kein Zufall, dass er zum Medienstar wurde!
Hawking selbst sieht es ähnlich: “Ich bin sicher, dass meine Behinderung eine Rolle spielt, warum ich so bekannt bin. Die Menschen sind fasziniert von dem Kontrast zwischen meinen sehr eingeschränkten physischen Kräften und der gewaltigen Natur des Universums, mit der ich mich beschäftige. Ich bin der Archetypus des behinderten Genies. Doch ob ich ein Genie bin, kann bezweifelt werden.”
Kinoheld und Lego-Figur
Die Kombination von kosmologischer Größe und gravierender Krankheit machte aus Hawking sogar eine Art Filmheld. 2004 erschien ein TV-Spielfilm über seine Jugend bis zur Dissertation, 2014 sogar ein Kinofilm, für den der Hawking-Darsteller Eddie Redmayne einen Oscar bekam; bereits 1991 lief im Kino ein Dokumentation über Hawkings Forschungen mit vielen Interviews seiner Weggefährten. Hinzu kommen mehrere Wissenschaftsfilme von, mit und über Hawking im Fernsehen.




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