Die Viking-Sonden, die vor 25 Jahren auf dem Mars gelandet sind, haben Spuren von Leben entdeckt und zur Erde gefunkt. Wissenschaftler der Nasa haben die Daten damals allerdings falsch interpretiert. Das behauptete der Neurobiologe Joseph Miller von der Universität Südkalifornien auf einer Konferenz am Wochenende.
Die Viking-Sonden wurden im August und September 1975 zum Mars geschickt. Auf der Oberfläche des Planeten entnahmen sie mit einem Greifarm Bodenproben, die sie abgeschirmt von der Marsumgebung im Inneren der Sonde wochenlang beobachteten.
Das Nasa-Forscher bemerkten, dass die Proben Gas freisetzten. Allerdings hielten sie dies für einen rein chemischen Vorgang, den sie daher nicht weiter beachteten. Miller entdeckte jedoch, dass die Menge des freigesetzten Gases neun Wochen lang in einem Rhythmus von 24,66 Stunden schwankte ? der Länge eines Tages auf dem Mars. Auch auf der Erde setzen Mikroorganismen Gase frei, deren Menge sich im Tagesrhythmus verändert. Dieser sogenannte “zirkadiane” Rhythmus ist eine typische Eigenschaft des Lebens auf der Erde.
Nachdem die Sonden die Proben jedoch auf 160 Grad Celsius erhitzt hatten, stoppte die Gasproduktion. “Wahrscheinlich haben wir die Organismen damit einfach getötet”, erklärt Miller.
Miller hat in den 80er Jahren für die Nasa die Tagesrhythmen von Affen im Weltraum untersucht. Durch Zufall entdeckte er in einem Fachjournal Hinweise, dass die Viking-Sonden Tagesrhythmen in den Marsproben entdeckt hatten, wie sie für Organismen typisch sind. Die Original-Daten befinden sich jedoch auf Magnetbändern, die kein heutiger Computer mehr versteht. Nach langer Suche fand der Miller schließlich einen Teil der Daten auf Papier, das er für seine Analysen nutzen konnte.
Andreas Wawrzinek





