Erstmals ist es Astronomen gelungen, die Größe des sonnennächsten Sterns Proxima Centauri direkt zu bestimmen. Didier Queloz vom Observatoire de Geneve und Kollegen berichten in der Zeitschrift “Astronomy & Astrophysics”, dass der winzige Stern etwa eineinhalb Mal so groß ist wie der Planet Jupiter.
Der Durchmesser des Sterns, den die Forscher mit Hilfe des Very Large Telescope der Europäuschen Südsternwarte Esao in Chile bestimmten, beträgt am Himmel etwas mehr als eine tausendstel Bogensekunde. Das ist etwa so, als wollte man einen Astronauten auf dem Mond von der Erde aus ausmessen.
Queloz und seine Kollegen berichten, dass diese Messung gängige Theorien zum Aufbau von Sternen bestätigt. Proxima Centauri, die mit dem Doppelsternsystem Alpha Centauri zu den nächsten Nachbarn der Sonne gehört, ist so klein, dass sie gerade noch zu den Sternen gezählt werden kann. Wäre der Stern nur halb so schwer, wäre er ein Brauner Zwerg geworden, ein fehlgeborener Stern ohne Kernfusion im Innern.
Während sich größere Sterne wie perfekte Gase verhalten, deren Größe mit dem Gewicht linear ansteigt, hängen Masse und Größe bei kleineren Objekten wie Braunen Zwergen oder Gasplaneten nicht unbedingt zusammen. So ist Proxima Centauri zwar 150mal schwerer als Jupiter, aber nur 1,5 mal so groß wie der Gasplanet. Im Vergleich mit der Sonne herrschen jedoch klare Verhältnisse: Die Sonne ist sieben Mal so groß und sieben Mal so schwer wie ihr Nachbar.
Ute Kehse





