Bevor Messenger in den Orbit Merkurs einschwenkte, flog die Sonde dreimal an ihrem Zielplaneten vorbei. Das Bild unten stammt vom zweiten Vorbeiflug. Aufgenommen wurde es durch elf verschiedene Farbfilter mit der Weitwinkelkamera. Das Mosaik fasst fünf einzelne Fotos zusammen, Messengers Höhe variierte dabei binnen sechs Minuten zwischen 1600 und 3300 Kilometern. Die Farbunterschiede sind stark übertrieben und geben den Wissenschaftlern Hinweise auf die unterschiedliche chemische Zusammensetzung der Oberflächengesteine. Die braunen Ebenen beispielsweise könnten aus erstarrten Lavaströmen bestehen. Man findet sie bevorzugt in tief gelegenen Regionen, etwa großen Einschlagsbecken – hier westlich des Kraters Rudaki (E). In manchen Kratern (blau gefärbt) ist wohl einst Gestein durch geologische Prozesse versenkt und später wieder zur Oberfläche befördert worden. Es gibt auch Strahlenkrater, wie sie von anderen Monden und Planeten bekannt sind. Diese jungen Krater entstehen, wenn Auswurfmaterial beim Einschlag radial weggeschleudert wird. Dabei kommt frisches Gestein zum Vorschein (intensiv blau gefärbt). Weit verbreitet sind Steilhänge, zum Beispiel am Krater Thakur (C). Sie bildeten sich, als das Innere Merkurs abkühlte und der ganze Planet schrumpfte.





