Das etwa 30 Meter große Objekt, das den Namen 2004 FH erhielt, näherte sich der Erde am vergangenen Donnerstag um 23:08 Uhr bis auf 43.000 Kilometer, meldete das Jet Propulsion Laboratory der Nasa. Das ist nur wenig höher als die Orbits der geostationären Satelliten: Sie kreisen 36.000 Kilometer über dem Äquator.
Schon im Voraus errechneten die Forscher um Gareth Williams vom Minor Planet Center an der Harvard University, dass der Felsbrocken die Erde mit Sicherheit verfehlen würde. Der kleine Asteroid zieht zwischen Venus- und Erdbahn seine Kreise und braucht für eine Sonnenumrundung etwa neun Monate. Wäre er mit der Erde kollidiert, wäre er wahrscheinlich in der Atmosphäre verglüht. Doch schon ein wenig größeres Objekt könnte bis zum Erdboden durchschlagen und dort erhebliche Zerstörung anrichten.
2004 FH kam der Erde von allen Asteroiden, deren Annäherung Astronomen bemerkt haben bislang am nächsten. Der vorherige Rekordhalter war ein Objekt namens 2003 SQ222, das eine Entfernung von 88.000 Kilometern zur Erde wahrte. Seinen Besuch bemerkten die Astronomen allerdings erst, als sich der Asteroid schon wieder entfernte. 2004 FH wurde bereits vier Tage vor dem Zeitpunkt der nächsten Annäherung von Forschern des Projekts “Linear” in New Mexico bemerkt. Dadurch blieb den Forschern genug Zeit, die Bahn zu berechnen und ihre Teleskope auf den unangenehm nahen Besucher zu richten.
Dank automatischer Suchprogramme und verstärkter Aufmerksamkeit häufen sich in den letzten Jahren die Entdeckungen von Asteroiden, die die Erdbahn kreuzen. Astronomen sind allerdings hauptsächlich darauf aus, die größten unter diesen Millionen Brocken zu finden ? diejenigen, die weltweite Verwüstungen anrichten könnten.
Ute Kehse





