Der gigantische Sonnenfleck 9393 ist seit dem 19. April wieder der Erde zugewandt. Das ist das zweite Mal innerhalb von zwei Monaten. Ein internationales Wissenschaftlerteam beobachte die Entwicklung des Sonnenflecks während einer vollen Umdrehung der Sonne.
Als der Riesensonnenfleck am 2. April durch die Rotation der Sonne das Sichtfeld der Erde verlassen hatte, waren sich Experten der NASA und der ESA noch uneins, ob er lange genug anhalten würde, um eine zweite direkte Beobachtung zu ermöglichen. Das Sonnenobservatorium SOHO (Solar and Heliospheric Observatory) erlaubte es dem Team allerdings, den Sonnenfleck selbst auf der erdabgewandten Seite der Sonne weiter zu beobachten. Dies gelang durch die Untersuchung des UV Spektrums der Sonne und von Schallschwingungen der Sonnenoberfläche, da der Sonnenfleck beide beeinflusste. Der erwartete Wiedereintritt des Sonnenfleckes in das Sichtfeld der Erde lieferte dann die Bestätigung der Beobachtungen.
Unser Zentralgestirn dreht sich mit einer Periodendauer von 27 Tagen. Die meisten Sonnenfecken halten nicht lange genug an, um eine volle Umdrehung der Sonne zu überleben und sind damit nur während eines Halbzyklus von der Erde aus direkt zu beobachten. Sehr große Sonnenflecken können allerdings eine volle Umdrehung der Sonne überdauern. Sie zeichnen sich außerdem durch gewaltige Eruptionen aus, welche elektronische Geräte und Funkverkehr auf der Erde verrückt spielen lassen können. Eine solche Rieseneruption fand bei dem Sonnefleck 9393 just beim Verlassen des Sichtfeldes der Erde statt. Damit ging der Strahlenschauer glücklicherweise größtenteils an der Erde vorbei.
Stefan Maier





