50 000 Tonnen Gold: Fast die Hälfte des weltweit jemals geschürften Edelmetalls stammt aus dem Witwatersrand-Becken in Südafrika. US-Geologen fahndeten nun nach der Ursache für diese enorme Ergiebigkeit. Vor drei Milliarden Jahren sollen goldbeladene Flüsse ihre kostbare Fracht in dem geologischen Becken abgelagert haben. Diese Ergebnisse, die auch heute Goldschürfern die Suche nach großen Vorkommen erleichtern könnte, veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachblatt “Science” (Vol. 297, S. 1856).
Das Gold wurde von Strömen und Flüssen in das Becken transportiert, sagt Jason Kirk, Geologe von der University of Arizona in Tucson. Erst 250 Millionen Jahre nach dieser Ablagerung hätten sich die heute dominanten Felsen in der Region über dieses Sediment geschoben. Bis zu 2000 Meter tief müssen die Goldschürfer nun graben, um an das Edelmetall zu gelangen.
Diese Entstehungstheorie der größtes Goldlagerstätte der Welt stützen die Forscher auf die zeitliche Datierung der Erze. So finden sich in den Gesteinen Anteile der Elemente Rhenium und Osmium. Gelangt das Gold mit diesen Beimischungen aus dem tieferen Erdmantel hinauf in die Erdkruste, zerfällt Rhenium zu Osmium. Aus dem Verhältnis dieser beiden Metalle schließen die Forscher auf die frühe Entstehung der Lagerstätte vor rund drei Milliarden Jahren. Auch die spezielle kristalline Form der Golderze untermauere diese Theorie.
Andere Geologen stehen dieser Theorie jedoch skeptisch gegenüber. Sie vermuten, dass das Gold aus dem weiten Umfeld des Witwatersrand über die Jahrmillionen in überhitztes Wasser gelöst wurde und nach der Entstehung des Felsgesteins in dieses hineingewaschen wurde. Wenn das Gold nicht auf diese Weise in das Gestein gewaschen, sondern einfach abgelagert wurde, bleibe die Frage offen, woher es ursprünglich kommen konnte, gibt Neil Phillips, Schürfexperte von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization in Melbourne, zu bedenken. “Niemand bietet bisher einen vernünftigen Vorschlag, woher diese die früheren Goldvorkommen stammen könnten”, so Philips.
Jan Oliver Löfken





