Beim Aufprall auf die Erdoberfläche betrug die Geschwindigkeit der Meteoritenwolke dann nur noch rund 12 Kilometer pro Sekunde, was eine Energie erzeugte, die etwa 2,5 Millionen Tonnen des Sprengstoffs TNT entspricht. Dass eine Wolke relativ langsamer Eisenteilchen den Krater erzeugte, wird durch Beobachtungen bestätigt, nach denen in der Umgebung des Kraters große Mengen kleiner ungeschmolzener Eisenfragmente zu finden sind. Die Entdeckung der Wissenschaftler erklärt außerdem auch, warum der Krater kaum geschmolzenes Gestein aufweist ? eine Besonderheit, die Forschern lange Rätsel aufgegeben hatte.
Meteoriten können auch mit einer für astronomische Verhältnisse vergleichsweise geringen Geschwindigkeit auf die Erde prallen: Der berühmte Meteoriten-Krater bei Flagstaff im US-Bundesstaat Arizona entstand durch den Einschlag eines Meteors, der weitaus langsamer unterwegs war als bislang angenommen. Das haben H. Jay Melosh von der Universität von Arizona in Tucson und sein Kollege in einem Rechenmodell gezeigt. Wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 434, S. 157) berichten, traf der Himmelkörper mit lediglich einer Geschwindigkeit von rund 12 Kilometern pro Sekunde auf der Erdoberfläche auf.
Bisherige Schätzungen gingen davon aus, dass der Meteorit eine Geschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Sekunde hatte. Melosh und sein Partner verwendeten nun ein einfaches Modell zur erneuten Berechung der Aufprallgeschwindigkeit. Beim Auftreffen auf die Erdatmosphäre bremste der Luftwiderstand den Himmelsköper zunächst enorm ab, konnten die Forscher zeigen. Dabei zerbrach er in eine pfannkuchenförmige Wolke von Eisenfragmenten mit einem Durchmesser von rund 200 Metern.
ddp/wissenschaft.de ? Cornelia Dick-Pfaff





