Fast fünf Milliarden Lichtjahre entfernt im Galaxienhaufen CL0958+4702 kollidieren vier große Galaxien und wirbeln Milliarden von Sternen umher. Aus der kosmischen Kollision wird eine einzige Riesengalaxie entstehen, zehnmal so massereich wie unsere Milchstraße. „Wenn diese Verschmelzung abgeschlossen ist, wird das eine der größten Galaxien im Universum sein”, sagt Kenneth Rines vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, Massachusetts. Mit seinen Kollegen hat er den galaktischen Crash ins Visier genommen – mit dem Spitzer-Weltraumteleskop im Infraroten, mit dem Chandra-Satelliten im Röntgenbereich sowie mit optischen Teleskopen auf der Erde.
Enge Vorbeiflüge, Kollisionen und Verschmelzungen von Galaxien gibt es häufig im All. Aber ein so heftiger Vorgang zwischen so vielen und so großen Milchstraßen zugleich wie in CL0958+4702 haben Astronomen noch nie beobachtet. Die Bilder zeigen auch, dass durch die Gezeitenkräfte Milliarden von Sternen in den intergalaktischen Raum geschleudert wurden. Und: Es gibt kaum Gas in dem „Quadrupol-Haufen”, sodass sich dort nicht mehr viele neue Sterne bilden können. „Doch das ist die Ausnahme und nicht die Regel bei Galaxienkollisionen”, sagt Rines.





