Oder enthielten die Gruben Keime wie bei den Komodo-Waranen?
Heute ist die chemische Kriegsführung bei Tieren nichts besonderes, vor allem Reptilien haben im Laufe der Evolution raffinierte Giftspritzen ausgebildet. Dass auch deren Vorfahren, die Saurier schon über derlei tödliche Waffen verfügten, war bisher reine Spekulation. Die Versteinerung eines zwei Zentimeter langen Zahns könnte nun Licht in das Dunkel kreidezeitlicher Waffentechnik bringen.
Die mexikanischen Forscher Ruben Rodriguez-de la Rosa vom Museo del Desierto und Francisco Aranda-Manteca von der Universidad Autonoma de Baja California stellten ihren Fund bei der jährlichen Tagung der Society of Vertebrate Paleontology der Öffentlichkeit vor. Der Zahn weist einen einzelnen grubenformigen Einschnitt auf, mit dem das bisher unbekannte Tier offenbar das Gift in die Körper seiner Opfer injizierte. Der versteinerte Überrest hat eine gewisse Ähnlichkeit mit den Zähnen eines Velociraptors, doch fehlen die typischen sägeförmigen Auszackungen.
Ob dieser Fund in der Tat die Existenz Gift spritzender Saurier beweist, ist indes umstritten. Hans-Dieter Sues vom Royal Ontario Museum schließt dies zwar nicht aus, seiner Meinung nach könnte die Grube aber auch einen Vorrat an fauligen Nahrungsresten enthalten haben, in denen pathogene Keime gediehen. Auf diese Weise hätte der Biss das Opfer zwar nicht getötet, aber zumindest durch Krankheit geschwächt. Die Komodo-Warane bedienen sich bis heute dieser Taktik.
Society of Vertebrate Paleontology
Joachim Schüring





