Der erste Meteor, der im August 2000 niederging, hatte demnach eine Sprengkraft von 2000 bis 3000 Tonnen TNT. Am 23. April dieses Jahres stieß der zweite, größere Meteor mit einer Sprengkraft von 6000 bis 8000 Tonnen TNT auf die Erde. Die Beobachtung der Meteore hilft den Forschern, die Überwachungstechnologie für illegale Atomtests weiter zu verfeinern. Das Abhorchen der atmosphärischen Schallwellen ist dabei ein besonders billiges Verfahren, das auf der ganzen Welt angewendet werden kann.
Mit einem System, das eigentlich heimliche Atomtests aufspüren soll, haben Forscher vom amerikanischen Los Alamos National Laboratory in New Mexico zwei größere Meteore registriert. Die beiden sogenannten Boliden, ungefähr zwei und vier Meter im Durchmesser, müssen in der Nähe der nordamerikanischen Pazifikküste als große Feuerbälle zu sehen gewesen sein und wurden auch von Satelliten beobachtet, berichten die Wissenschaftler Rod Whitaker, Doug ReVelle und Peter Brown.
Bei der Explosion eines großen Meteors, aber auch bei Atomwaffentests, entstehen tief-frequente Schallwellen, die für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar sind. Nach diesen Wellen sucht das Los Alamos Laboratory mit Spezialmikrofonen, die in vier sogenannten Arrays über die USA verteilt sind. So können Whitaker und seine Kollegen den Ort und die Stärke einer Explosion feststellen.
Ute Kehse





