Japanische Wissenschaftler haben einen nur Bruchteile eines Millimeters großen Spiegel hergestellt, der sich dank eines von der Origami-Technik abgeschauten Tricks am Ende des Herstellungsprozess von selbst aufstellt. Dieser Durchbruch könnte die mechanische Ausrichtung der Bauteile von mikroelektromechanischen Geräten (MEMS) beträchtlich erleichtern. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Applied Physics Letters (Ausgabe vom 3. November 2003).
Jose Ocampo und seine Kollegen vom ATR Forschungslaboratorium für Adaptive Kommunikation und der Universitäten von Osaka und Konan benutzten zur Herstellung ihres Mikrospiegels zunächst gewöhnliche, in der Halbleiterindustrie wohlbekannte Verfahren wie etwa Lithographie und Ätzschritte. Im Gegensatz zu anderen mit derartigen Methoden hergestellten Spiegeln stellt sich ihr Spiegel allerdings am Ende von selbst auf.
Die Forscher benutzten dazu die von Papierblumen wohlbekannte japanische Origami-Technik. Dazu stellten sie das Scharnier des Spiegels aus zwei verschiedenen Materialien mit unterschiedlichen Kristallstrukturen her. Auf diese Weise bildeten sich an der Grenzschicht zwischen den beiden Filmen eine mechanische Spannung aus, die das Scharnier nach oben bog und den Spiegel so aufstellte (siehe Bild).
Der Spiegel selbst konnte dann zur Steuerung eines schwachen Laserstrahls im roten Bereich des Spektrums eingesetzt werden. Zudem gelang es dem Team, den Spiegel mit einem anderen, leistungsstärkeren grünen Laserstrahl zu bewegen. Die Forscher hoffen nun, schon bald andere winzige Geräte mittels ihrer Origami-Technik herstellen zu können.
Stefan Maier