Wenn die Wärme aus irgendeinem Grund nicht vom Kern in den Mantel abtransprotiert werden kann, schreibt Letnikow in der Fachzeitschrift Doklady Earth Sciences (Bd. 378, Nr. 4, 2002) können sich im Erdkern gelöste Gase wie Wasserstoff, Schwefel und Kohlenstoff schlagartig daraus abscheiden und eine Art Explosion auslösen. Die Gase würden sich dann einen Weg an die Oberfläche bahnen, wo sie Erdbeben, Vulkanausbrüche und ähnliche Naturkatastrophen verursachen. Wenn der Wasserstoff aus dem Erdkern mit Sauerstoff aus dem Erdmantel zu Wasser reagiere, werde Wärme wieder auf den Erdmantel übertragen.
Ein russischer Forscher zweifelt die gängige Theorie an, dass das Erdinnere durch den Zerfall radioaktiver Elemente aufgeheizt wird. Nach Meinung von Felix Letnikow vom Institut für die Erdkruste in Irkutsk ist Reibungshitze aus dem Erdkern dafür verantwortlich, dass es im Erdinnern bis zu 3000 Grad Celsius heiß ist.
Der russischen Nachrichtenagentur Informnauka zufolge nimmt Letnikow an, dass der äußere Erdkern, der in 2900 Kilometern Tiefe beginnt und der aus einer flüssigen Eisenlegierung besteht, geschichtet ist. Bei der Drehung der Erde um ihre eigene Achse entstehe Reibung zwischen diesen einzelnen Schichten. Diese Reibung erzeuge genug Wärme, um den darüberliegenden Erdmantel in Bewegung zu halten und das dortige Gestein an einzelnen Stellen zu schmelzen.
Ute Kehse





