Der Betrag des Brechungswinkels stimmte dabei mit den Vorhersagungen des berühmten Brechungsgesetzes der Optik (“Snell?s Gesetz”) überein. Der gebrochene Strahl befand sich aufgrund des negativen Brechungsindex allerdings sowohl außerhalb als auch innerhalb des Materials auf derselben Seite des Einfallslots ? im Gegensatz zu gewöhnlichen Stoffen mit einem positiven Brechungsindex.
Die Experimente der MIT-Gruppe unterstützten bereits vor einigen Jahren veröffentlichte Arbeiten von Forschern der Universität von Kalifornien in San Diego, die ebenfalls negative Brechung von Mikrowellen in einem künstlichen Material beobachtet haben wollten. Deren Ergebnisse waren allerdings von verschiedenen Gruppen angezweifelt worden, was zu einer intensiven Diskussion um die Möglichkeit einer negativen Brechung geführt hatte. Neben den Bostoner Forschern stellten in Austin nun allerdings auch mehrere Forscher anderer Universitäten experimentelle Beobachtungen der negativen Brechung vor.
Insbesondere Theoretiker sind von der Fülle der neuen Experimente begeistert. Die Existenz von funktionierenden Stoffen mit negativem Brechungsindex könnte nun in der Fachwelt endlich akzeptiert werden, so Clifford Krowne von den Forschungslabors der US-Marine. Erste Anwendungen von derartigen Materialien wie etwa ebene Linsen zur Steuerung von elektromagnetischen Wellen könnten schon bald folgen.





