Riesige Gasplaneten wie Jupiter oder Saturn brauchen nicht Millionen, sondern womöglich nur einige Hundert Jahre für ihre Entstehung. Das zeigt eine besonders genaue Computersimulation, berichten amerikanische Forscher im Fachblatt Science (Bd. 298, S. 1756).
Die Forscher um Lucio Mayer von der University of Washington in Seattle widerlegen damit das bisher akzeptierte Modell der Planetenentstehung, demzufolge es Millionen von Jahren dauern kann, bis sich aus der so genannten protoplanetaren Gasscheibe rund um einen jungen Stern die großen Gasplaneten bilden. Gegen dieses Modell spricht allerdings die Tatsache, dass die oft heftige Strahlung junger Sterne die Gashülle eines Protoplaneten schnell wegblasen würde, wenn er nicht schnell anwächst.
Mayer und seine Kollegen konnten jetzt zeigen, dass sich in der Gasscheibe schon nach wenigen Umläufen um den Stern Spiralarme ausbilden, in denen die Materie nach etwa 350 Jahren zu großen Klumpen mit einem Gewicht von einer bis fünf Jupitermassen anwachsen kann. Die Forscher sehen ihr neues Modell durch die bisherige Entdeckung von mehr als hundert jupiterähnlichen Planeten außerhalb des Sonnensystems bestätigt. Nach dem ursprünglichen Modell müssten solche Planeten extrem selten sein, weil sie nur unter besonderen Bedingungen entstehen könnten.
Auf die kleineren, erdähnlichen Planeten im inneren Sonnensystem kann das neue Modell wahrscheinlich nicht angewendet werden, schreiben die Forscher um Mayer. Die Gesteinsplaneten brauchen wahrscheinlich tatsächlich längere Zeit für ihre Entstehung.
Ute Kehse





