Herkömmlicher Strom nutzt nur eine Eigenschaft von Elektronen aus: ihre Ladung. Neben einer wohldefinierten Ladung und Masse haben Elektronen allerdings noch eine weitere, geheimnisvollere Eigenschaft, den Spin. Obwohl Elektronen sich nicht um sich selbst drehen, sondern den Gesetzen der Quantenmechanik gehorchen, verhält sich der Spin mathematisch wie ein Drehimpuls. Er kann dabei in zwei verschiedene Richtungen weisen.
Während in herkömmlichen Strom beide Spinrichtungen gleich häufig vorkommen, haben die Forscher in Regensburg in ihrer Halbleiterstruktur ein Übergewicht von Spins einer Richtung erzeugt. Dies wurde mit Hilfe von zirkular polarisiertem Laserlicht erreicht. Das mit diesem Licht verbundene elektromagnetische Feld liegt nicht in einer festen Ebene, sondern rotiert wie ein Propeller. Die Rotationsrichtung dieses Feldes bestimmt, welche der beiden Spinrichtungen der Elektronen das Übergewicht erhält. Dieses Übergewicht lässt nun spontan einen Strom durch den Halbleiter fließen, wobei die dominierende Spinrichtung die Richtung des Stromes festlegt.





