Dieser Effekt, der als Anisotropie bezeichnet wird, wird vermutlich durch die Kristallstruktur des Eisens hervorgerufen. Ishii und Dziewonski stellten nun fest, dass sich die Richtung der Anisotropie für Wellen, die durch eine Region von 300 Kilometern rund um den Erdmittelpunkt laufen, verändert. Am langsamsten laufen die Wellen in dieser Kugel auf einem Weg, der um 45 Grad gegenüber dem Äquator geneigt ist.
Das ist interessant für die Entstehungsgeschichte der Erde. Bislang wurde angenommen, dass der innere Kern langsam und gleichmäßig aus absinkendem, schweren Material aus dem äußeren Kern wächst und dadurch die Energie für den Geodynamo liefert. Die Entdeckung von Ishii und Dziewonski deutet nun darauf hin, dass der innere Kern nicht gleichmäßig gewachsen ist. Der jetzt entdeckte innerste Kern könnte sich sehr schnell nach der Entstehung der Erde gebildet haben.
Das stützt Theorien, nach denen die Erde nur eine Million Jahre gebraucht hat, um sich aus umherfliegendem Staub und mehr oder weniger großen Gesteinsbrocken zusammenzuballen. Welche Auswirkungen das frühe Vorhandensein eines inneren Kerns auf das Erdmagnetfeld gehabt haben mag, können die Autoren allerdings nicht sagen.





