Eine neue Methode zur Berechnung von Hochwasserrisiken bei Flüssen hat der Geologe Nicholas Pinter von der Southern Illinois University auf der Tagung der Geological Society of America im US-Bundesstaat Kentucky vorgestellt. Danach wird das Hochwasserrisiko vieler amerikanischer Flüsse oft unterschätzt.
Pinter schreibt, dass mit der Zeit der Wasserspiegel bei Hochwassern immer höher steigt, auch wenn ein Fluss die gleiche Wassermenge transportiert. Seinen Berechnungen zufolge droht dem Missouri etwa alle 15 bis 20 Jahre eine Flutkatastrophe wie 1993, das nach anderen Berechnungen nur alle hundert bis 500 Jahre auftreten soll.
Auch die Hochwassergefahr für die Stadt St. Louis werde unterschätzt. Offiziell gilt dort ein Pegelstand von 14,35 Meter für ein zu befürchtendes Jahrhundert-Hochwasser. Pinter berechnete jedoch, dass dieser Pegel um 1,20 Meter zu niedrig liegt. Demgegenüber rät das Army Corps of Engineers, den Pegel um 15 Zentimeter zu senken. Die Armee-Ingenieure beziehen allerdings den Einfluss von Klimaveränderungen, verstärkter Erosion oder Bauwerken nicht mit in ihre Berechnungen ein.
Pinters neue Methode berücksichtigt dagegen systematische Veränderungen der Hochwasserstände, die durch die genannten Faktoren hervorgerufen werden: Durch Klimaveränderungen kann sich der Niederschlag erhöhen, Erosion lässt Wasser schneller in die Flüsse abfließen und ingenieurstechnische Veränderungen des Flusslaufes können ebenfalls zu erhöhten Wasserständen führen.
Bevor jedoch 800 Millionen bis eine Milliarde Dollar in neue Hochwasserprognosen für die gesamten USA ausgegeben werden, müssten die Grundlagen für solche Berechnungen verbessert werden, so Pinter.
Ute Kehse





