Wissenschaftler des Southwest-Research-Instituts im texanischen San Antonio haben mithilfe groß angelegter Computersimulationen berechnet, ab welcher Größe der Schutt eines Asteroiden-Einschlagkraters den gesamten Globus in Brand setzen würde. Demnach verursacht ein 85 Kilometer Durchmesser aufweisender Krater Brände auf dem ihn beherbergenden Kontinent, während Krater einer Größe von mehr als 135 Kilometern die gesamte Erde in Brand setzen und so Massensterben verursachen können. In der Geschichte der Erde ist es wohl nur einmal zu einer derartigen Katastrophe gekommen – vor 65 Millionen Jahren, als die Saurier ausstarben.
In ihren Studien benutzen Daniel Durda und seine Kollegen ein Simulationsprogramm, um zu berechnen, wie sich der bei einem Asteroideneinschlag in die Atmosphäre und den benachbarten Weltraum entladene Schutt auf die Erdoberfläche verteilen würde.
Dieser Schutt wird beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre so stark aufgeheizt, dass er beim Auftreffen auf die Erdoberfläche Wald- und Buschbrände verursachen kann. Auf diese Weise kam es vor 65 Millionen Jahren zu einem globalen Massensterben, als ein etwa 10 Kilometer großer Asteroid in Yucatan einschlug und einen 180 Kilometer Durchmesser aufweisenden Krater hinterließ.
Durda zufolge haben die in Manicouagan in Kanada und Popigai in Russland eingeschlagenen Asteroiden keine globalen, sondern nur auf den jeweiligen Kontinent begrenzte Brände ausgelöst. Daher ist es fraglich, ob diese Einschläge wirklich die zu den jeweiligen Zeitpunkten der Erdgeschichte stattgefundenen Massensterben verursachten, wie von einigen Experten vermutet.
Die Forscher haben Bilder ihrer Simulationen auf einer Webseite ihres in Texas beheimateten Instituts veröffentlicht.
Stefan Maier