Die Heidelberger Arbeitsgruppe hatte im Januar 2000 einen Atmosphärenballon über Kiruna (Schweden) bis in Höhen zwischen 20 und 24 Kilometer aufsteigen lassen. Dabei fanden sie, dass sich die Zusammensetzung der Stratosphärenwolken im Bereich des Frostpunkt in dieser Höhe (minus 85 Grad Celsius) sehr stark unterschieden. Bei sehr tiefen Temperaturen bestanden sie aus Wassereis, bis etwa minus 81 Grad aus Tropfen flüssigen Wassers, bis zu minus 77 Grad aber fast ausschließlich aus Salpetersäure-Trihydraten (abgekürzt NAT für “nitric acid trihydrate”), sagt der Forscher. In diesem Molekül gruppieren sich drei Wassermoleküle um ein zentrales Salpetersäure-Molekül.
NAT-Teilchen waren bereits lange vorhergesagt, bisher aber noch nie nachgewiesen worden. “Ich habe diese Teilchen schon vor 13 Jahren im den USA im Labor gemessen”, berichtet Mauersberger. Dieser Fund kann große Auswirkungen auf die Modellrechnungen zum Ozonabbau haben. Er zeige deutlich, in welchen Temperaturbereichen die dabei ablaufenden Reaktionen noch möglich sind. “Diese Teilchen lösen sich innerhalb weniger Grad wieder auf. Innerhalb der Atmosphärenwolken kann dies aber sehr viel ausmachen.” Vor allem im frühen und späten Winter werde der Ozonabbau durch NAT-Partikel verstärkt.





