Das neue Familienmitglied (Spitzname: P5) kreist in der gleichen Ebene wie die anderen Monde und hat einen Bahnradius von 42.000 Kilometern. Damit bewegt er sich zwischen Charon, dem innersten Mond, und Nix. ?Die Entdeckung so vieler kleiner Monde sagt uns indirekt, dass im Pluto-System große Mengen unsichtbarer, kleiner Partikel lauern?, sagt Harold Weaver von der Johns Hopkins University im US-Staat Maryland. Wahrscheinlich entstanden Monde und Trümmer vor Urzeiten bei einem größeren Zusammenstoß. Da Kollisionen in den Außenbezirken des Sonnensystems meist mit relativ langsamen Geschwindigkeiten vonstattengehen, könnten bis heute viele Trümmer im Orbit herumschwirren.
Das bedeutet Ungemach für die NASA-Mission “New Horizons”, die sich seit 2006 auf dem Weg zum Pluto befindet. Die Sonde soll das System im Sommer 2015 erreichen und mit einer Geschwindigkeit von 14,3 Kilometer pro Sekunde an dem Zwergplaneten vorbeirasen. ?Die Inventur des Pluto-Systems hilft uns, eine sichere Bahn für die Raumsonde New Horizons zu finden?, sagt Alan Stern vom Southwest Research Institute in Boulder (US-Staat Colorado), der wissenschaftliche Leiter der Mission. Nach derzeitigen Plänen soll New Horizons seine nächste Annäherung von etwa 9.000 Kilometern innerhalb der Charon-Bahn vollziehen.
Nach dem Kurzbesuch, bei dem Planetenforscher erstmals Gelegenheit haben werden, Pluto aus der Nähe zu beobachten, soll New Horizons zu einem anderen Objekt im sogenannten Kuiper-Gürtel weiterreisen. In diesem Bereich jenseits der Bahn des Planeten Neptun kreisen zahlreiche ähnliche Eiswelten wie Pluto, die sich wahrscheinlich seit der Entstehung des Sonnensystems kaum verändert haben.





