Die Crew der Internationalen Raumstation ISS muss wegen eines technischen Problems einige Wochen länger als geplant im All bleiben. Wie die NASA am Donnerstag bestätigte, werden die nächsten beiden Raumfähren-Starts um mehrere Wochen verschoben, so dass die dreiköpfige Mannschaft statt Mitte Juli frühstens Anfang August ausgetauscht werden kann. Grund für die Verzögerung ist nach Angaben der NASA vom Donnerstag ein Problem mit dem neuen kanadischen Roboterarm der Raumstation.
Wie die NASA mitteilte, wird der für den 14. Juni geplante Start der “Atlantis” nun frühstens Anfang Juli erfolgen. Damit soll der ISS-Besatzung mehr Zeit gegeben werden, ein Problem mit dem neuen Roboterarm Canadarm zu lösen. Zurzeit funktioniere die Datenkommunikation mit dem Arm nicht einwandfrei.
Am Mittwochabend war ein weiterer Versuch der Bodenstation in Houston gescheitert, den Arm mit einer neuen Software zu reparieren. Wie eine NASA-Sprecherin in Houston mitteilte, gehen die Techniker deshalb nun davon aus, dass es sich um ein Geräteproblem handelt. Deshalb werde erwogen, dass die Crew bei einem für den 8. Juni geplanten Außeneinsatz ein Computerteil des Arms ausbaut und ersetzt.
Ohne den Roboterarm könnten die fünf Atlantis-Astronauten ihren Hauptauftrag nicht erfüllen: die Installation einer speziellen Schleuse für Außeneinsätze im Weltraum. Darin können Ausrüstungsgegenstände gelagert werden und “Raumspaziergänger” sich auf den Ausstieg vorbereiten.
Von der Verschiebung ist dann auch der folgende Flug beeinträchtigt. Die “Discovery” sollte am 12. Juli eine neue Mannschaft zur ISS-Station bringen. Damit ist jetzt nicht vor August zu rechnen, hieß es bei der NASA. Die seit Anfang März in der Station lebende Crew sei bereits vor einigen Tagen befragt worden, was sie davon halte, einige Wochen länger im All zu bleiben, sagte die Sprecherin. James Voss, Susan Helms und Juri Usaschew hätten erklärt, dass sie gerne noch ein wenig länger in der Raumstation bleiben würden.
dpa





