Jayawardhana hofft, mit Hilfe dieser Methode nicht nur protoplanetare Scheiben, sondern auch fertige Planeten in der Nähe junger Sterne direkt beobachten zu können. Im Gegensatz zur Sonne, die den größten Planeten Jupiter milliardenfach überstrahlt, leuchten junge Sterne nur etwa hunderttausend Mal stärker als ihre Planeten.
Mit Hilfe adaptiver Optik soll es demnächst möglich sein, extraterrestrische Planeten direkt zu beobachten ? und zwar von der Erdoberfläche aus. Das berichtete der Astronom Ray Jayawardhana von der University of California in Berkeley nun auf der Tagung der American Astronomical Society in Washington.
Dem Forscher gelang es, eine protoplanetare Scheibe ? also ein Planetensystem in der Entstehung ? beim 900 Lichtjahre entfernten Stern MBM12 mit dem 8,1-Meter-Teleskop Gemini-Nord zu fotografieren. Mit Hilfe von Computerprogrammen konnte er den Blick des Teleskops entscheidend schärfen: Die Verzerrungen, die die Erdatmosphäre auf das Sternenlicht ausübt, wurden herausgerechnet.
Ute Kehse





