Bisher haben Astronomen erst drei interstellare „Besucher“ unseres Sonnensystems entdeckt und beobachtet – das Objekt 1I/’Oumuamua, den Kometen 2I/Borisov und im Jahr 2025 den interstellaren Kometen 3I/ATLAS. Dieser war mit rund 2,6 Kilometer Durchmesser das größte, schnellste und wahrscheinlich älteste der drei extrasolaren Himmelskörper. Er hat am 29. Oktober 2025 den sonnennächsten Punkt seiner Bahn passiert und ist seither auf dem Weg aus unserem Sonnensystem hinaus.
„Während ihres kurzen Fluges durch unser Sonnensystem bieten uns solche interstellaren Objekte Einblicke in die Population kleiner extrasolarer Himmelskörper“, erklären Matthew Belyakov vom California Institute of Technology in Pasadena und seine Kollegen. „Deshalb gab es konzertierte Bemühungen, die Chemie der Koma von 3I/ATLAS zu charakterisieren.“ Die gas- und staubreiche Hülle um den Kometenkern entsteht, wenn durch Erwärmung flüchtige Substanzen aus dem Kern ausgasen. Bei 3I/ATLAS haben Astronomen bereits Wasserdampf, Kohlenmonoxid (CO), ungewöhnlich viel Kohlendioxid (CO2) sowie Methanol und Cyanwasserstoff nachgewiesen.

3I/ATLAS setzt auch Methan frei
Jetzt haben die Astronomen einen weiteren chemischen Bestandteil des interstellaren Kometen identifiziert: Methan (CH4). Für ihre Analysen hatten sie 3I/ATLAS am 16. und 27. Dezember 2025 mit dem MIRI-Spektrometer des James-Webb-Teleskops ins Visier genommen. Der interstellare Komet war zu dieser Zeit wieder auf dem Weg aus dem Sonnensystem hinaus und 329 beziehungsweise 379 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
Die im mittleren Infrarot aufgenommenen Spektraldaten zeigten gleich mehrere deutliche Signaturen von Methan. „Dies ist der erste direkte Nachweis von Methan auf einem interstellaren Objekl“, schreiben die Astronomen. Bei der ersten Messung am 16. Dezember gaste 3I/ATLAS demnach 4,2 x 10>sup>26 Methanmoleküle pro Sekunde aus. Diese Menge ist deutlich höher als bisher bei Kometen des Sonnensystems gemessen, wie Belyakov und sein Team berichten. Bei der zweiten Messung zwei Wochen später war die Methan-Ausgasung jedoch nur noch halb so hoch.





