Am 14. August 2017 um 12.30 Uhr MESZ haben Detektoren in den USA und Europa erneut Gravitationswellen direkt gemessen. Ihr Ursprung: Zwei Schwarze Löcher waren in rund 1,7 Milliarden Lichtjahre Distanz einst aufeinandergestoßen, vereinigten sich und wandelten dabei drei Sonnenmassen in Energie um, die den Weltraum erschütterte. Diese Gravitationswellen sind das vierte definitiv gemessene und nun publizierte Signal seit September 2015. Damals hatte der Laser-Detektor LIGO bei Livingston, Louisiana, und Hanford, Washington, erstmals die von Albert Einstein 1916 vorausgesagten Kräuselungen der Raumzeit aufgespürt. Die Bekanntgabe im Februar 2016 sorgte weltweit für Schlagzeilen (siehe Im Brennpunkt: Schwarze Löcher und die Titelgeschichte von bild der wissenschaft ).
Fast schon Routine
Inzwischen sind die wispernden Nachrichten aus dem fernen Universum fast schon Routine. Auch die Datenauswertung geht viel schneller. Zwischen dem neuen Signal und der Bekanntgabe gestern auf einer Pressekonferenz in Turin sowie der Publikation in der Zeitschrift Physical Review Letters verstrichen lediglich sechs Wochen. Das neue Signal heißt GW170814 und wurde wieder nach seinem Datum benannt. Ein Zufallsereignis ist nahezu ausgeschlossen. Je nach Statistik käme es einmal in 27.000 Jahren vor – oder seltener. Automatische Computerprogramme haben das Signal innerhalb von 30 Sekunden aus dem Datenwust gefiltert.
Die beiden Schwarzen Löcher hatten eine Masse von etwa 30 und 25 Sonnenmassen, das finale Schwarze Loch besitzt 53 Sonnenmassen (die Unsicherheiten betragen etwa drei bis sechs Sonnenmassen). Es würde in eine Kugel mit 300 Kilometer Durchmesser oder weniger passen!
Das Signal dauerte 0,3 Sekunden. Es erreichte zuerst LIGO-Livingston, 8 Millisekunden später LIGO-Hanford und weitere 6 Millisekunden später Virgo. Es ist das zweitschwerste bekannte Paar Schwarzer Löcher überhaupt (nach dem allerersten Signal GW150914 , das von Schwerkraftmonstern mit etwa 36 und 29 Sonnenmassen erzeugt worden war).






