Der Zwergplanet Eris sticht seinen Nachbarn Pluto auch bei der Masse aus: Amerikanische Astronomen haben berechnet, dass Eris rund 27 Prozent schwerer ist als Pluto. Die Astronomen um Michael Brown von California Institute of Technology in Pasadena haben dazu Beobachtungsdaten des Hubble-Weltraumteleskops ausgewertet. Frühere Messungen hatten für Eris schon einen größeren Durchmesser ergeben. Damit ist Eris der größte und schwerste bekannte Vertreter der Zwergplaneten, die sich in unserem Sonnensystem jenseits des Planeten Neptun bewegen, schreiben die Forscher.
Mit der Entdeckung von Eris im Jahr 2005 mussten die Astronomen den Begriff Planet neu definieren. Der neue Himmelskörper, der zunächst 2003 UB3 13 genannt wurde und auch den Spitznamen “Xena” trug, stellte sich schnell als dem Pluto an Größe und Masse ebenbürtig heraus. Die Internationale Astronomische Union entschied daraufhin, Pluto den Planetenstatus abzuerkennen und ihn mit Eris in die neu geschaffene Kategorie der
Zwergplaneten einzureihen. Dafür sprach auch, dass Astronomen Pluto wie Eris zum so genannten Kuiper-Gürtel zählen, einem Ring aus Gesteinsbrocken weit jenseits der Neptunbahn.
Im Jahr 2005 fanden Astronomen auch noch den Dysnomia genannten Mond von Eris. Damit war der Weg frei, die Masse zu bestimmen. Aus Beobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop und dem Keck-Observatorium auf Hawaii bestimmte das Team um Brown die Umlaufzeit auf 16 Tage, rekonstruierte die Umlaufbahn und konnte so auf die Masse des Zwergplaneten schließen. Sie ist umgerechnet 27 Prozent größer als die Plutomasse.
Aus den Beobachtungsdaten schließen die Forscher weiter, dass Dysnomia ? ähnlich wie beim Erdmond vermutet ? von Eris durch eine Kollision mit einem anderen Himmelskörper abgesprengt wurde. Eris umrundet die Sonne in rund 560 Jahren. Derzeit befindet er sich nahe dem sonnenfernsten Punkt mit dem rund 97fachen des Sonne-Erde-Abstands. Auf Teilen seiner stark ellipsenförmigen Bahn kommt er allerdings der Sonne näher als Pluto.
Michael Brown (California Institute of Technology, Pasadena) et al.: Science, Bd. 316, S. 1585 ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer