Um die bauliche Sicherheit von Gebäuden bei Erdbeben zu erhöhen, entwickeln Wissenschaftler der University of California (UCLA) Test- und Überwachungsgeräte. Die Messgeräte sollen als “Augen und Ohren” eines nationalen Netzwerkes zur Erdbebenforschung dienen. Zu diesem Zweck wurde ein 87 Mio. Dollar Projekt gestartet, das elf Institutionen miteinander verbindet. Das System, entwickelt von John Wallace von der UCLA, besteht aus einer bestimmten Anzahl von Gebäuden, die verschiedenen erdbeben-ähnlichen Bedingungen unterworfen werden.
Rund um die Gebäude messen Sensoren die Reaktion der Häuser, erklärte Wallace. Die Sensoren können bis zu 100 verschiedene Zustände wie Beschleunigung und Verschiebungen in der Erde erkennen. Die Informationen werden in eine Zentrale weitergeleitet, wo die Daten anschließend via Satelliten in das Internet gelangen. “Dadurch haben Seismologen in jedem Landesteil gleichzeitig Zugang zu den Daten”.
Um erdbeben-ähnliche Bedingungen zu schaffen, platzieren die Forscher große Massen auf die Dächer und Fußböden der Gebäude, um diese anschließend rotieren zu lassen. Forscher können Kräfte von mehr als 100.000 Kilogramm aufwenden. Zusätzlich zu den rotierenden Schüttelvorrichtungen erlauben lineare Schüttler Vibrationsmuster. “Diese kommen den realen Bedingungen bei Erdbeben sehr nahe”, erläuterte Wallace. Derzeitige Modelle verwendeten seines Erachtens nur “ideale Gebäude”, die keine realistische Bedingungen schaffen.
Wesentlicher Vorteil der Simulationsmethode sei laut Forschern ihre Mobilität. Die Geräte können von einem Erdbebengebiet in ein anderes transportiert und an verschiedene Institutionen verliehen werden. Dies bedeutet eine enorme Kosteneinsparung. Für die Koordination der Spezialausrüstung wird ein eigenes Konsortium eingerichtet.
pte