Auf eine originelle Art und Weise haben Astronomen um Nick Woolf von der University of Arizona das Spektrum der Erde bestimmt: Sie analysierten den ” Erdschein”, der während der Mondnacht auf den Trabanten fällt.
Wie Woolf auf der Tagung der American Astronomical Society in Washington D.C. berichtete, konnten er und seine Kollegen so die Strahlung der Erde in verschiedenen Wellenlängen des sichtbaren Lichts analysieren, was sonst nur mit Hilfe einer speziell konstruierten, weit entfernten Raumsonde möglich wäre. 1993 unternahm Carl Sagan einen Versuch, das Spektrum der Erde mit Hilfe der Sonde Galileo aufzunehmen, er erhielt jedoch nur einen kleinen Ausschnitt über einer Meeresregion.
Das von der Erde abgestrahlte Licht verrät viel über den Planet des Lebens: So entdeckten die Forscher im Spektrum den charakteristischen Fingerabdruck von Wasserdampf, molekularem Wasserstoff und Ozon. Die Atmosphäre als ganzes produzierte eine breite Linie, die dadurch entsteht, dass die Luftmoleküle das Sonnenlicht streuen.
Zur Überraschung der Forscher verursachten die Landpflanzen einen starken Anstieg der Strahlung im infraroten Licht, obwohl zum Zeitpunkt der Messung nur 17 Prozent der von der Sonne angestrahlten Fläche von Land bedeckt war. “Ein Außerirdischer, der die Erde beobachtet, hätte gemerkt, dass vor 400 bis 500 Millionen Jahren Pflanzen das Land besiedelten”, sagte Woolf. “Auch die Spektrallinien von Sauerstoff und Ozon zeigen an, dass das Leben auf unserem Planeten Fuß gefasst hat.”
Um extrasolare Planeten von der Größe der Erde zu suchen, bedarf es allerdings noch eines langen Weges, da solche kleinen Planeten von ihren Sonnen überstrahlt werden. Nasa und Esa arbeiten derzeit an neuen Weltraumteleskopen, die solch einen genauen Blick ermöglichen sollen. Die Europäische Südsternwarte Eso plant dagegen ein “Overwhlemingly Large Telescope”, das den erdähnlichen Planeten vom Boden aus nachspüren soll.
Ute Kehse





