In Tibet ist im vergangenen November während einer Erderschütterung eine vierhundert Kilometer lange Erdspalte entstanden. Es ist der längste Riss durch die Erdoberfläche, der sich seit Beginn der Aufzeichnungen von Erdbeben gebildet hat, berichten chinesische Forscher in der aktuellen Ausgabe des Magazins “Science” (Bd. 296, S. 2016).
Direkt nach dem Erdbeben der Stärke 8 ist ein chinesisches Forscherteam um den Geologen Aiming Lin in das dem Himalaja vorgelagerte Kunlun-Gebirge gereist. Dort entdeckten die Forscher die Erdverwerfungen, die sich in einer fast endlosen geschwungenen Linie über Berge und Täler des Landes winden. Doch erst genaue Messungen brachten das wirkliche Ausmaß der Verwerfungen an den Tag: Entlang der Erdspalte müssen die Ränder des Risses während des Bebens teilweise über sechzehn Meter aneinander vorbeigeglitten sein.
Ursache von Beben im Tibet ist die indische Erdplatte, die sich allmählich in die eurasische Platte hinein schiebt. Dabei entstehen Spannungen, die sich in Erdbeben entladen können.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





