Vor zwei Monaten berichtete bild der wissenschaft über EcoBot I – einen Bioroboter, der sich durch das Zersetzen von Zucker selbst mit Energie versorgt (bild der wissenschaft 10/2004, „ Zucker für den Roboter”). Jetzt haben die Entwickler, britische Forscher der University of the West of England in Bristol um Chris Melhuish, EcoBot II vorgestellt. Er produziert durch den Verzehr von Schmeißfliegen seine eigene Energie. Da der Roboter mit 22 Zentimeter Durchmesser recht klein ist, sollen acht der grün-blauen Brummer ausreichen, um EcoBot II fünf Tage lang unter Strom zu setzen. Dafür haben ihm die Wissenschaftler ein ausgeklügeltes Verdauungssystem verschafft: Der Roboter besitzt acht mikrobielle Brennstoffzellen, in denen sich Klärschlamm und Klärschlammbakterien befinden. Sie produzieren Enzyme, die den Chitinpanzer der Fliegen zersetzen, wobei Zuckermoleküle entstehen. Wenn die Bakterien den Zucker absorbieren, werden Elektronen freigesetzt, wodurch Strom entsteht. EcoBot II schafft mit seiner Insekten-Nahrung immerhin ein Spitzentempo von zehn Zentimetern pro Stunde und sendet alle zwölf Minuten ein Signal. Ein Problem muss Entwickler Melhuish aber noch lösen: Zur Zeit wird EcoBot II von Hand gefüttert. Damit er selbstständig Fliegen anlocken kann, braucht er eine Vorrichtung, die Fäkaliengestank verbreitet.





