Enceladus dürfte eine völlig andere Entstehungsgeschichte haben: Er besteht zwar auch überwiegend aus Eis. Allerdings ballte sich das Baumaterial unter Einwirkung der eigenen Schwerkraft zu einer Kugel zusammen und erwärmte sich wahrscheinlich dabei.
Auch heute noch gibt es im Inneren von Enceladus eine Wärmequelle. Die Cassini-Daten zeigen, dass die parallel verlaufenden “Tigerstreifen” am Südpol des Mondes bis zu minus 93 Grad Celsius warm sind, fast hundert Grad wärmer als die übrige Oberfläche. Bei den “Tigerstreifen” handelt es sich um 150 Kilometer lange Spalten, aus denen die Gase quellen. Auf den neuen Aufnahmen des Cassini-Infrarot-Spektrometers sind die Streifen in hoher Auflösung zu erkennen. Gleichzeitig hat der Vorbeiflug gezeigt, dass es vier einzelne Quellen für Enceladus’ Gasfahne gibt, die sich in größerer Entfernung zu einer einzigen Wolke vereinigen.
Die neuen Messungen zeigen, dass auf dem kleinen Saturnmond einige der nötigen Zutaten für die Entstehung von Leben vorhanden sind: “Enceladus hat Wärme, Wasser und organische Chemikalien”, sagt Dennis Matson vom Jet Propulsion Laboratory. “Was für das Rezept des Lebens noch fehlt, ist der Nachweis von flüssigem Wasser.” Das Lebenselixier könnte sich aber näher an der Oberfläche befinden als bislang vermutet, glaubt John Spencer vom Southwest Research Institute in Colorado: “Die überraschend hohen Temperaturen deuten darauf hin, dass es in nicht allzu großen Tiefen flüssiges Wasser gibt.”





