El Nino, die Wetteranomalie im Pazifik vor der Küste Südamerikas, wiederholt sich etwa alle drei bis vier Jahre. Doch diese kurze Periode ist eine Erscheinung des 20. Jahrhunderts. Zwischen 1850 und 1900 entwickelte sich ein El Nino nur alle zehn bis 15 Jahre einmal, berichten Julia Cole von der University of Colorado und Mitarbeiter in der jüngsten Ausgabe des britischen Fachjournals “Nature” (Bd. 407, S. 989).
Mit chemischen Analysen der Kalkskelette von Korallen des Maiana- Atolls im Zentralpazifik konnten die Wissenschaftler 155 Jahre zurückreichende Temperaturdaten für genau jenes Seegebiet erstellen, in dem ein El Nino seinen Ausgang nimmt. Lückenlose Messdaten aus dieser Region gibt es erst seit etwa 50 Jahren. Ein Vergleich der Daten zeigt, dass die Temperaturbedingungen, die zu einem El Nino führen, erst ab etwa 1900 in einem Rhythmus von drei bis vier Jahren auftreten. Dies Ergebnis lässt vermuten, dass die globale Erwärmung Einfluss auf das Geschehen nimmt. Doch überraschenderweise verlängert sich der Zyklus seit 1970 wieder in Richtung auf vier Jahre, während er in den Jahrzehnten davor näher bei drei Jahren lag.
Der tropische Pazifik ist die Wetterküche des gesamten Globus. Entwickelt sich dort ein El Nino, der warmes Wasser an die südamerikanische Küste führt und sogar mit einer Umkehrung der Passatwinde einhergeht, dann ändern sich die Niederschlagsmengen auf allen Kontinenten. Rechtzeitige Vorhersagen eines solchen Ereignisses sind deshalb weltweit für die Landwirtschaft von Interesse.
dpa





