Erstmals haben Forscher die Regionen der Weltmeere identifizieren können, wo Eisenmangel herrscht. Damit ist ein weiterer Schritt zu einer möglichen Kohlendioxidentlastung der Atmosphäre durch gezielte Eisendüngung der Meere geschaffen. Kürzlich hatten Experimente in antarktischen Gewässern gezeigt, dass Eisendüngung zu einer massenhaften Vermehrung des Kohlendioxid aufnehmenden Planktons führen kann.
Michael J. Behrenfeld vom NASA Goddard Space Flight Center hatte mit seinem Forschungsteam Bilddaten des Satelliten OrbView-2 ausgewertet, der die globale biologische Aktivität der Meere aufzeichnet. Zusammen mit einem Staubtransport-Modell, das die Staubliefergebiete und die Wege der eisenhaltigen Stäube beschreibt, gelang es den Forschern nachzuweisen, dass die Sedimentationsregionen auch Orte starker Planktonaktivität sind. “Wir wissen nun, wo die wichtigsten Eisenmangel-Regionen sind, doch wir können noch keine genauen Angaben zu deren Ausdehnung geben”, sagt Behrenfeld auf der Jahrestagung der American Geophysical Union (AGU).
Meeresplankton absorbiert jährlich fast soviel Kohlendioxid von der Atmosphäre wie die landlebenden Pflanzen. Daher interessieren sich Ozeanologen schon lange für die Position und Ausdehnung von Nährstoff-limitierten Meeresgebieten. Einer der wichtigsten Nährstoffe für die Produktivität von Meeresplankton ist Eisen – zusammen mit Stickstoff, Phosphor und Silizium.
Frieder Graef





