Es war Samstagmorgen und meine Frau hatte mich einkaufen geschickt. Ich kam gerade vom Markt mit einer Tasche voller Gemüse, Kartoffeln und Eiern bepackt, als ich meine Tochter mit ihren Freundinnen entdeckte. Sie saßen auf der Bank vor dem Dorfbrunnen und schienen etwas zu zählen. Ich trat auf die Mädchen zu und sagte: „Guten Tag, meine Damen.” Ohne meinen Gruß zu erwidern, fragte Christina: „Lädst du uns zu einem Eis ein?” „ Warum sollte ich? Ihr bekommt doch schließlich Taschengeld”, entgegnete ich. Christina zog einen Flunsch. „Du gibst mir doch so wenig, dass es vorne und hinten nicht reicht, und Sarahs, Ines’ und Leas Eltern sind genauso knickrig wie du.” Ihre Freundinnen nickten. „Wir haben unser Geld gezählt”, meinte Christina. „Jede von uns hat gerade noch zwei Münzen, aber keinen einzigen Schein in der Tasche. Ich besitze doppelt so viel Geld wie Sarah und halb so viel wie Ines. Lea hingegen hat doppelt so viel wie Geld wie Ines.” „Na, reicht das denn nicht für vier Portionen Eis?”, fragte ich. Christina verdrehte die Augen und stöhnte: „Typisch Vater.” Mir war keineswegs klar, was an meiner Frage denn so Vatertypisches sein sollte, aber ich sagte lieber nichts dazu, denn die Mädchen waren in der Überzahl. Dann erschien ein hinterhältiges Lächeln auf Christinas Gesicht. „Ich mache dir einen Vorschlag: Wenn du innerhalb von fünf Minuten herausbekommst, wie viel Geld wir vier besitzen, spendieren wir dir ein Eis …” „… und falls ich es nicht herausbekommen sollte, muss ich euch zu einem Eis einladen”, ergänzte ich den Satz. „Wie soll ich denn aus deinen spärlichen Angaben erschließen, wie viel Geld ihr besitzt? Da kann ich doch nur raten.” „Ja, du hast Recht, vermutlich ist das deine einzige Chance”, sagte meine Tochter spöttisch. Ich versuchte erst gar nicht, über das Problem nachzudenken, denn ich hätte mich wahrscheinlich nur blamiert. Stattdessen kaufte ich mich lieber sofort mit vier Portionen Eis frei. Auf dem Heimweg dachte ich dann doch über Christinas Aufgabe nach, aber ich konnte sie nicht lösen. Wissen Sie, wie viel Geld die vier Mädchen zusammen hatten?
Die Lösung des Mai-Preisrätsels
Der Turm muss mindestens einen Zug entlang jeder horizontalen oder jeder vertikalen Reihe machen. Falls es nämlich eine Vertikale geben sollte, längs der sich der Turm kein einziges Mal bewegte, müsste er alle ihre Felder quer dazu, also längs der Horizontalen, durchlaufen. Angenommen, der Turm würde sich mindestens einmal entlang jeder Vertikalen bewegen: Um von einer Vertikalen zur nächsten zu kommen, ist ein horizontaler Zug notwendig. Da es acht Vertikale gibt, muss es auch mindestens acht horizontale Züge geben. Das bedeutet, insgesamt muss der Turm mindestens 16 Züge für seine Rundtour machen. Dass 16 Züge auch tatsächlich ausreichen, sieht man an nebenstehenden Beispielen. Es sind übrigens die einzigen Basislösungen. Aus ihnen kann man noch sechs weitere Lösungen ableiten. Die beiden ersten erhält man, indem man die Linienzüge an der Hauptdiagonalen spiegelt. Die beiden nächsten entstehen durch Drehung der Linienzüge im Uhrzeigersinn um 90 Grad und die beiden letzten durch eine Spiegelung der gedrehten Linienzüge an der Hauptdiagonalen.
Die Gewinner
Das Los hat entschieden: Maria Weiß, Fürth, erhält den Hauptgewinn, ein Großwörterbuch „Deutsch–Englisch”. Buchpreise bekommen: Klaus Herdt, Osnabrück; Theo Hildinger, Adelsdorf; Kerstin Nolden, Krefeld; Carl von Pastor, Murnau; Siegfried Zill, Dortmund. Wir gratulieren allen Gewinnern.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. August 2004 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 08|04″
Ernst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Gewinner werden im November-Heft 2004 veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn ist Flight Simulation X Plane V7 mitsamt der „World Scenery”-Erweiterung (deutsche Version im Vertrieb von Koch Media): der auch von Profis verwendete realistische Flugsimulator mit 1000 Flugzeugen, Satelliten-Daten, über 21 000 3D-Karten und sogar einer Space Shuttle-Simulation. Buchpreise sind fünf Exemplare „Wenn das Reptil ins Lenkrad greift” von Friedhelm Schwarz – ein spritziges Buch, das erklärt, warum Gesellschaft, Wirtschaft und Politik nicht den Regeln der Vernunft gehorchen (siehe www.rororo.de).
Sind Sie noch im Bild der Wissenschaft? – Die richtigen Antworten:
1abc, 2ac, 3b, 4a, 5a, 6a, 7b, 8c, 9a, 10b





