von RÜDIGER VAAS
Gleich am Anfang des ersten Kapitels seiner Einstein-Biografie „Raffiniert ist der Herrgott …“ erinnert sich Abraham Pais an einen Spaziergang im US-amerikanischen Städtchen Princeton: „Es muss etwa 1950 gewesen sein. Ich begleitete Einstein auf dem Weg vom Institute for Advanced Study zu seinem Haus. Plötzlich bleib er stehen und wandte sich an mich mit der Frage, ob ich wirklich glaube, dass der Mond nur dann existiere, wenn ich ihn betrachte. Unser Gespräch drehte sich aber nicht etwa um metaphysische Fragen. Vielmehr diskutierten wir über Quantentheorie und insbesondere darüber, was – im physikalischen Sinne – beobachtbar und erkennbar ist.“ Dieses Grundproblem, das Einstein bis zu seinem Lebensende umtrieb, ist bis heute nicht gelöst. Der Quantenfeldtheoretiker und Physikhistoriker Abraham Pais, der 1982 die erste wissenschaftliche Einstein-Biografie veröffentlichte, zitiert auch eine Bemerkung, die Einstein dem befreundeten Physik-Nobelpreisträger Otto Stern gegenüber geäußert hatte: „Ich habe hundertmal mehr über Quantenprobleme nachgedacht als über die Allgemeine Relativitätstheorie.“





