von RÜDIGER VAAS
Manchmal ist die Wissenschaftsgeschichte wie ein spannender Krimi – mit geradezu detektivischer Täter- und Spurensuche. Das gilt auch für die Geschichte des Gravitationslinsen-Effekts, der heute ganz wörtlich den „All-Tag“ vieler Astronomen bestimmt. Seine Ursprünge verbargen sich lange im Dunkeln. Erst die Entdeckung alter Korrespondenzen und Konzeptzettel von Einstein sowie die Auswertung und Datierung seines frühen Notizbuchs führten zu einem mittlerweile fast lückenlosen Indizienbeweis. Der Blick in die Archive von Fachzeitschriften und in fast vergessene Bücher ergänzt so manches Phantombild. Inzwischen ist der Tathergang weitgehend geklärt. Der Plot verspricht überraschende Wendungen und eine gewisse menschliche Tragik. Nur ein Verbrechen hat er nicht zu bieten. Wem die vielen Toten in der unerquicklichen Realität nicht genügen, der ist mit den Morden in der fiktiven Thriller-Welt also besser bedient.





