Bereits weit vorgerückt
Er und seine Kollegen haben Hinweise darauf gefunden, dass dies bald passieren könnte. Im antarktischen Sommer 2010/11 entdeckten sie durch Aufnahmen von Unterwasserkameras eine Kolonie von Königskrabben der Art Paralomis birsteini auf dem Kontinentalhang vor Marguerite Bay an der westlichen Küste der Antarktis. Das Gebiet ist nur ein paar hundert Meter tiefer als der Festlandsockel, wo sich das bedrohte Ökosystem befindet. Die Forscher entdeckten Hinweise darauf, dass es sich um eine Population der Krustentiere handelt, die nicht nur dorthin gewandert ist, sondern sich in diesem Bereich auch bereits vermehrt.
Aronson und seinen Kollegen zufolge steht vermutlich nichts außer der Temperatur den potenziellen Invasoren im Wege. Bei der Westantarktis handelt es sich um ein Gebiet der Erde, das am intensivsten von der Erwärmung betroffen ist. Es sei gut möglich, dass es die Krabben nun bereits in den nächsten paar Jahrzehnten auf das Kontinentalschelf schaffen, befürchten die Forscher.
Sie betonen, das ihre Studie bisher nicht beweisen kann, dass sich die Krabben tatsächlich ins Flachwasser ausbreiten werden. “Der einzige Weg, die Hypothese zu bestätigen, ist nun eine langfristige Beobachtung ihrer Bewegungen”, sagt Co-Autor James McClintock von der University of Alabama in Birmingham. Wenn eintritt, was die Forscher befürchten, droht der Verlust des Schelf-Ökosystems um die Antarktis. Das Resultat wäre eine biologische Homogenisierung, sagen sie: Das einzigartige Ökosystem würde vermutlich verschwinden und sich den Lebensgemeinschaften anderer vergleichbarer Regionen angleichen.





