Eine physikalische Dynamik lässt sich durch „ Potenziallandschaften” von Feldern darstellen. Hier ist der Einfachheit halber nur das veränderliche Potenzial – die Energiedichte – eines einzigen Feldes schematisch gezeigt. Um die Dynamik zu veranschaulichen, kann man sich eine Kugel vorstellen, die sich über die Potenziallandschaft bewegt. Die Mulden markieren Zustände, die – mindestens zeitweise – stabil sind. Durch Quanteneffekte können auch Berge „übersprungen” oder „ durchtunnelt” werden. Die tiefste Mulde repräsentiert den Grundzustand.
In den üblichen Theorien entwickelt sich der Zustand des Universums – das Produkt all seiner Materie- und Energiefelder – aus einem metastabilen „falschen Vakuum” (Kurve links, „ Berggipfel”) in das energetisch günstigere „echte Vakuum” (Mulde) – wobei es verschiedene echte Vakua geben könnte, die Universen mit anderen Naturkonstanten oder -gesetzen entsprächen. Doch der Anfangszustand bleibt in diesem Szenario unerklärlich.
Plausibler ist es, von einem Grundzustand auszugehen, der das Minimum dessen markiert, was physikalisch existiert (rechts). Ein absolutes Nichts gibt es demzufolge nicht. Der Grundzustand ist zwar „fast nichts”, doch kann daraus „etwas” werden: Möglicherweise hat sich sogar unser Universum durch einen solchen Phasenübergang aus einem quasi zeitlosen Quantenvakuum gebildet. Ein „Zurücktunneln” wurde vielleicht durch eine exponentielle Ausdehnung der frisch gebackenen Raumzeit verhindert: Durch diese kosmische Inflation ist das Universum nicht nur riesig geworden, sondern der Potenzialberg hätte sich auch enorm verbreitert und wäre somit unpassierbar, was das Universum vor dem raschen Rückfall in die Nichtexistenz bewahrte. Wenn unendlich viele Universen entstehen, können sich aber einige auch bloß aus statistischen Gründen einer langen Lebenszeit erfreuen.





