Der Zerfall von Mesonen und die dabei auftretende CP-Symmetrieverletzung hat ihre Ursache in der schwachen Kraft. Sie ist eine der vier Grundkräfte, die von sogenannten Austauschteilchen vermittelt werden. So kommt die elektromagnetische Kraft zwischen zwei Elektronen dadurch zustande, dass zwischen ihnen Lichtteilchen (Photonen) hin und her flitzen. Die drei Austauschteilchen der schwachen Kraft heißen W+-, W–- und Z0-Boson. Physiker sprechen deshalb oft gar nicht von Kräften, sondern lieber von Wechselwirkungen.
Die schwache Kraft besitzt eine einzigartige Eigenschaft: Sie kann den Typ des jeweils beteiligten Quarks ändern, und es können neue Quark-Paare entstehen. Diesen Typ bezeichnen Physiker als „ Flavour” (englisch für „Geschmack”). Davon gibt es sechs Varianten – genannt u, d, s, c, b und t (für „up”, „down”, „ strange”, „charm”, „bottom” oder „beauty” und „top” oder „truth” ).
Mesonen bestehen aus einem Quark-Antiquark-Paar, Baryonen wie das Proton und das Neutron aus drei Quarks. Für das Verständnis der Materie-Antimaterie-Asymmetrie stehen neuerdings die B-Mesonen im Zentrum der physikalischen Forschung. Sie enthalten ein b-Quark oder -Antiquark und zerfallen sehr rasch.
Das B0s-Meson beispielsweise besteht aus einem s-Quark und einem b-Antiquark. Unter der „Vermittlung” zweier W-Bosonen und eines unbeobachtbaren Zwischenstadiums aus einem top-Quark und Antiquark kann es sich in ein B0s-Antimeson umwandeln. Das setzt sich aus einem b-Quark und einem s-Antiquark zusammen. Diese Umwandlungen konnten nun mit großer Präzision gemessen werden (siehe Grafik „Schwingung und Zerfall”).





