Im August 2011 leuchtete im Kugelsternhaufen NGC 6388 im Sternbild Skorpion eine Röntgenquelle auf, die Astronomen vor ein Rätsel stellte: Zunächst dachten sie an ein Doppelsternsystem. Anschließende Untersuchungen mit dem Röntgenteleskop Chandra über 200 Tage dokumentierten das charakteristische Abklingen der Strahlung und deuteten auf ein seltenes Ereignis hin. In einer vor Kurzem veröffentlichten Studie kommt ein Team um Melania del Santo vom Staatlichen Astrophysikalischen Institut in Rom zum Schluss, dass die Röntgenstrahlung von einem kleinen Gesteinsplaneten erzeugt wurde, den ein Weißer Zwerg aufgrund der Gezeitenkräfte zerrissen hat, und der immerhin ein Drittel der Erdmasse besaß. Sollte sich dies bestätigen, wäre das die erste direkte Beobachtung dieser Art. Plausibel wäre das Szenario, wenn die Orbits der äußeren Planeten um den Weißen Zwerg langfristig nicht stabil wären, sondern verschiedene Planeten sich in ihren Bahnen stören würden.





